Mobbing wird zum Teil des Existenzkampfes
Das Phänomen "Mobbing" greift um sich. Nicht nur in Arbeitsbereichen, wo "Mobbing" schon immer ein Thema war, beispielsweise im Gesundheitswesen, sondern auch in anderen Branchen häufen sich die Klagen über "Mobbing". Im Zusammenhang mit Fusionen und Entlassungswellen treten zum Beispiel im Bankwesen vermehrt "Mobbing-Fälle" auf.
Woran erkennt man eine "Mobbing-Situation"? Nicht jeder Konflikt am Arbeitsplatz ist bereits "Mobbing". Es gibt typische Kennzeichen für den Ablauf einer "Mobbing-Kampagne".
Meistens beginnt es damit, dass Gerüchte über eine Person verbreitet werden. Später wird der Betroffene nicht mehr ausreichend informiert, er wird isoliert, in seiner Arbeit behindert, von den Kollegen ignoriert. Die Zuweisung sinnloser Tätigkeiten oder das Abschieben einer Person in Räume weitab von den Kollegen sind ebenfalls "beliebte Maßnahmen". Die Schikanen lassen sich in vielfältiger Weise steigern, es kann bis zur Androhung tätlicher Gewalt gehen.
Das Opfer fühlt sich in einer ausweglosen Situation gefangen. Es ist mit einer Gruppe von "Gegnern" konfrontiert, die die Regeln der Kommunikation beherrschen. Wird der Betroffene zum Beispiel einerseits von Kollegen oder Vorgesetzten zu mehr Leistung aufgefordert, so wird er dann, erbringt er mehr Leistungen, gerügt, er wolle sich wohl besonders hervorheben. Wie soll dieser Betroffene sich verhalten? Wie er es macht, er wird kritisiert und schikaniert.
Kennzeichnend für "Mobbing" ist, dass diese "Aktionen" einem Muster folgen und über einen längeren Zeitraum andauern. Sie dienen der systematischen Diskriminierung des Betroffenen. Er fühlt sich unterlegen und steht unter starkem psychischen Druck. Die Arbeitsleistung leidet, gesundheitliche Probleme treten auf. Arbeitsrechtliche Schritte wie beispielsweise Abmahnungen folgen besonders häufig dann, wenn Vorgesetzte die Kampagne unterstützen ("Bossing") oder sie gar von ihnen ausgeht.
Opfer kann potentiell jeder Arbeitnehmer sein. Es genügt, dass er sich in irgendeiner Weise von seinen Kollegen abhebt, sei es durch Nationalität, Hautfarbe oder Geschlecht. Es kann einen Mann in einem Frauenberuf treffen, es kann eine Frau in einem Männerberuf treffen. Oft sind allein erziehende Mütter die Zielscheibe von "Mobbing".
Der richtige Umgang mit einer solchen Situation ist für den Betroffenen äußerst schwierig, insbesondere dann, wenn die Emotionen bereits so "hochgekocht" sind, dass ein sachliches Gespräch zwischen den Beteiligten nicht mehr möglich ist. Oft wenden sich die Opfer dann an den Betriebsrat.
Der Betriebsrat kommt hier in die Rolle eines Moderators. Es ist deshalb wichtig, dass ein Betriebsrat geschult ist, richtig mit den Betroffenen umzugehen. Er sollte seine Stellung als Außenstehender bewahren, sich nicht mit einer Seite identifizieren und inneren Abstand zu dem Konflikt halten. Er sollte bei Bedarf Hilfe von außen heranziehen und sich an entsprechende Beratungsstellen wenden.
Ein Betriebsrat sollte sich frühzeitig schulen lassen, kompetente Ansprechpartner von Beratungsstellen und arbeitsrechtliche Schritte kennen, auf die er im konkreten Fall zurück greifen kann. Die Seminare des DGB-Bildungswerks Bayern vermitteln alle notwendigen Kenntnisse und zeigen auch Möglichkeiten, wie ein Betriebsrat mit Hilfe von Betriebsvereinbarungen oder Supervisionen präventiv "Mobbing" in seinem Betrieb verhindern kann.
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